Kindler-Syndrom
Das Kindler-Syndrom ist eine seltene autosomal rezessiv vererbte Hautkrankheit (Dermatose), die durch eine Mutation des KIND1-Gens verursacht wird. Die Krankheit wird in der Literatur auch als kongenitale bullöse Poikilodermie beschrieben. Die Krankheit wurde erstmals 1954 von Theresa Kindler beschrieben und gehört, wie die Porphyria cutanea tarda, die erythropoetische Protoporphyrie und die aktinische Prurigo, zu der Gruppe der Hereditären Photodermatosen.
Diagnose
Bei Neugeborenen ist eine Blasenbildung auf der Haut zu beobachten. Die oft hypo- oder hyperpigmentierte Haut ist trocken und leicht schuppig. Dazu kommen Lichtempfindlichkeit (Photosensitivität), Atrophie und Fragilität der Haut sowie Verwachsungen der Schleimhäute und Übergangsschleimhäute. Bereits in der Jugend zeigt sich bei den Patienten eine Parodontose. Im Anal- und Genitalbereich der Patienten sind Schleimhauterosionen und Fissuren zu finden. Des Weiteren Urethrastenose und Phimose. Im Elektronenmikroskop sind Unterbrechungen und Verzweigungen der Basalmembran sichtbar.
Inzidenz
Das Kindler-Syndrom ist eine sehr seltene Erkrankung. Weltweit wurden, seit der ersten Beschreibung von Theresa Kindler, über 100 Fälle der Krankheit berichtet. Ein Cluster von 26 Patienten mit diesem Syndrom wurde bei einem Volksstamm in der Bocas del Toro-Provinz im Nordwesten der Karibikküste von Panama gefunden.
Genetik</
Die Ursache für das Kindler-Syndrom ist eine Mutation auf Chromosom 20, Genlocus 20p13. Auf dieser Position liegt das C20orf42-Gen (KIND1), welches das Kindlin-1-Protein, auch Kindlerin oder Kindlin-Syndrom-Protein genannt, kodiert. Kindlin 1 ist ein intrazelluläres Zytoskelett-Linkerprotein, das aus 677 Aminosäuren aufgebaut ist.
Die Abwesenheit des Kindlin-1-Proteins in der Haut führt zu mehreren Veränderungen der basalen Keratinozyten: die Zellpolarität ist aufgehoben, die Proliferation ist erheblich reduziert und viele Zellen unterliegen der Apoptose (programmierter Zelltod).
Kindlin-1 ist ein Homolog der Proteins UNC-112 des Fadenwurms Caenorhabditis elegans. Dies ist ein membran-assoziiertes Struktur- / Signalprotein, das eine wichtige Rolle beim Verbinden des Aktins des Zytoskelettes mit der Extrazellulären Matrix spielt.
<b>Prognose
Die Patienten haben eine normale Lebenserwartung. Mit zunehmendem Alter verringert sich die Blasenbildung der Haut. Das Risiko an Hautkrebs oder einem Karzinom der Schleimhäute (Plattenepithelkarzinom) zu erkranken, ist allerdings signifikant höher.
Quellenangaben
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Wikipedia aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Syndrome
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