Störung des Redeflusses
Stottern (lat. balbuties) ist eine Störung des Redeflusses, welche durch häufige Unterbrechungen des Sprechablaufs, durch Wiederholungen von Lauten und anderen Teilen eines Wortes gekennzeichnet ist. Dieser Artikel befasst sich mit dem so genannten Idiopathischen Stottern (engl. persistent developmental stuttering), das vom Stottern mit bekannter psychischer oder physischer Ursache abzugrenzen ist.
Äußere Symptome
Die äußeren Symptome des Stotterns werden in primäre und sekundäre Symptome unterteilt. Primäre Symptome stellen den eigentlichen Kern des Stotterns dar, während sekundäre Symptome eine – zum Teil bewusste – Reaktion auf die primären Symptome sind.
Zu den primären Symptomen zählen:
* rasche Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern (auch klonisches Stottern genannt),
* Verlängerungen von Lauten (so genannte Dehnungen),
* stumme oder hörbare Blockaden (auch tonisches Stottern genannt).
Bei den sekundären Symptomen werden Vermeidungs- und Fluchtverhalten unterschieden. Vermeidungsverhalten dient dazu, durch Vermeidung von Lauten, Wörtern, Sprechsituationen usw. dem Stottern im Voraus auszuweichen. Im Gegensatz dazu dient Fluchtverhalten dazu, auftretende primäre Symptome zu überwinden. Erhöhte Anspannung der Sprech- oder anderer Muskulatur, Grimassieren oder ruckartige Bewegungen können zum Fluchtverhalten gehören.
Innere Symptome
Innere Symptome sind solche, die für den Zuhörer nicht direkt beobachtbar sind. Es handelt sich um negative Gefühle, Gedanken und Einstellungen, die als Reaktion auf das Stottern entstehen. Häufige innere Symptome sind Angst, Scham und Minderwertigkeitsgefühle.
Stottern beginnt immer vor dem zwölften Lebensjahr, bei der Hälfte der Betroffenen zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr, bei 90 Prozent vor dem sechsten Lebensjahr. Ein Großteil der stotternden Kinder verliert die Störung bis zur Pubertät. Bei Mädchen beginnt das Stottern früher, sie verlieren es aber auch mit größerer Wahrscheinlichkeit wieder. Nach der Pubertät ist eine vollständige Remission unwahrscheinlich bis unmöglich. Eine Besserung mit oder ohne Therapie kommt in jedem Alter vor.
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