Persönlichkeitsentwicklungsstörung
Als Persönlichkeitsentwicklungsstörung bezeichnet man in der Kinder- und Jugendpsychiatrie eine Vorform oder Risikokonstellation von einer Persönlichkeitsstörung des Erwachsenenalters. Selten werden auch Persönlichkeitsstörungen bereits im Jugendalter diagnostiziert.
Genau wie bei Erwachsenen geht es dabei um verschiedene überdauernde Erlebens- und Verhaltensmuster, die von einem flexiblen, situationsangemessenen ("normalen") Erleben und Verhalten in jeweils charakteristischer Weise abweichen. Sie sind durch relativ starre mentale Reaktionen und Verhaltensformen gekennzeichnet, vor allem in Situationen, die für die jeweilige Person konflikthaft sind. Die persönliche und soziale Funktions- und Leistungsfähigkeit ist beeinträchtigt.
Während im Erwachsenenalter vermutet werden kann, dass sich die Persönlichkeit nicht mehr in einem großen Ausmaß ändern wird, treten bis zum Ende des Jugendalters noch gravierende Persönlichkeitsänderungen auf.Die Ursachen sind ebenso vielfältig, wie die einer Persönlichkeitsstörung. Wichtig ist, die Störungsursachen mehrperspektivisch zu betrachten. Dabei sind häufig biologisch-neurologische Ursachen ebenso zu berücksichtigen, wie psychosoziale Faktoren. Eine eindimensionale Betrachtungsweise greift hier zu kurz, weil die vorhanden Störungsbilder oft viel zu komplex sind. Somit erfordert auch die Therapie der Persönlichkeitsentwicklungsstörung häufig ein mehrdimensionales Vorgehen.
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