Psychische und seelische Störungen

- Psyche / Wikipedia
Bei psychischen Störungen geht man von einer erheblichen Abweichung beim Erleben oder im Verhalten psychisch (seelisch) gesunder Menschen aus. Hier sind konkret die Bereiche des Denkens, Fühlens und Handelns gemeint. Man geht weiter von Kriterium für eine Diagnose psychischer Störungen aus, die neben der Abweichung von der Norm häufig auch psychisches Leid auf Seiten der Betroffenen voraussetzt. In der Schulmedizin nennt man die Wissenschaftsbereiche, die sich den Störungen der Psyche widmen, die Klinische Psychologie und die Psychiatrie.
In der Medizin ist der "Krankheitsbegriff" mit dem Problem konfrontiert, da neben der objektiv feststellbaren Abweichung von einer zuvor definierten (also an den Grenzen auch willkürlich festgelegten) Norm das individuelle und nur subjektiv erlebte Leid im Verständnis des Begriffs nie ganz übergangen werden kann. Was denn einen leid ist, kann des anderen eine Chance bedeuten. Schwierig ist auch zu definieren, was die Norm an sich, von der etwas abweicht, sein soll, denn Kulturen verändern sich, und vormals Normales kann dann krankhaft genannt werden und anders herum. So ist die Schwelle von der Gesundheit zur Krankheit letztlich immer (auch hinsichtlich objektiver Befunde) zumindest an ihren unterschwelligen Grenzen (etwa im Krankheitsbeginn) fließend.
Behandlung
Der Begriff psychische Störung und eine (positive) Diagnose ängstigen die Betroffenen oft. Deshalb sollte man als Therapeut mit dem Begriff vorsichtig umgehen und seine Bedeutung genau erklären. Andererseits ist die Heilung psychischer Erkrankungen ein Glücksspiel, wenn sie nicht erkannt und behandelt werden. Eine wichtige Aufgabe für Therapeuten besteht darin, dem Patienten das Gefühl der Stigmatisierung zu nehmen. Bei der Beurteilung psychischer Erkrankungen muss man beachten, dass sie teilweise eine wichtige Schutz- und Signalfunktion haben, d. h., nicht verschwinden können, ohne dass „sich etwas ändert“. Außerdem ergeben sich einige psychische Erkrankungen aus einem Wechselspiel zwischen dem Kranken und seiner Umwelt, so dass bei einer Behandlung die Umwelt des Kranken mit einbezogen werden sollte (Diathese-Stress-Modell der Ätiologie)
Viele psychische Erkrankungen sind heutzutage gut behandelbar. Abgesehen von den Spontanheilungen können sich Psychotherapie und Psychopharmaka ergänzen.
Mit der Ätiologie und den spezifischen Krankheitsbildern beschäftigen sich vor allem aus medizinischer Sicht die Psychiatrie, die medizinische Psychotherapie und die Psychosomatische Medizin sowie aus psychologischer Sicht die Klinische Psychologie. Es haben sich verschiedene Schulen entwickelt, deren Forschungsanstrengungen sich auf bestimmte Grundannahmen beziehen. Die traditionsreichsten Therapierichtungen sind die auf Sigmund Freud zurückgehende Psychoanalyse und ihre konzeptuellen Weiterentwicklungen („tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie“). Gemeinsame Grundannahme dieser Verfahren ist die Auffassung, dass unbewusste Prozesse das psychische Erleben prägen und im Laufe einer Therapie dem Bewusstsein zugängig gemacht werden können. Das stellt dann die Basis für eine Besserung der Beschwerden dar. Demgegenüber bemüht sich die auf die klassischen Lerntheorien zurückgehende kognitive und Verhaltenstherapie um Erklärungen und therapeutische Ansätze, die sich mit vorwiegend bewusstseinsfähigen Prozessen beschäftigt. Neben Konditionierungsmethoden finden hier mittlerweile eine ganze Reihe anderer Therapieansätze Anwendung, deren Anwendbarkeit regelmäßig durch psychologische Testungen überprüft wird. Zusätzlich gibt es auch ganzheitlich und systemisch orientierte Ansätze wie etwa die Gestalttherapie. Körperliche Ursachen werden vor allem in der klassischen Psychiatrie, der Neurologie und der Neurobiologie erforscht.
Liste der psychischen Erkrankungen
Hier sind die bekannten psychischen Störungen alphabetisch aufgeführt.
Die Beiträge Liste werden ständig erweitert.
A
* Abhängige Persönlichkeitsstörung * Adipositas * Akute Belastungsreaktion * Alice-im-Wunderland-Syndrom * Amentielles Syndrom * Anaklitische Depression * Anankasmus * Angststörung * Anpassungsstörung * Antisoziale Persönlichkeitsstörung * Aphonie * Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung
B
* Belastungsstörung * Bindungsstörung * Body Integrity Identity Disorder * Borderline-Persönlichkeitsstörung * Briquet-Syndrom * Burnout-Syndrom
C
* Cardiophobie * Co-Abhängigkeit * Cyberchondrie
D
* Delirium * Depression * Desillusion * Dhat-Syndrom * Diogenes-Syndrom * Dissozialität * Dissoziation * Dissoziative Identitätsstörung * Dorian-Gray-Syndrom * Drogenpsychose * Durchgangssyndrom * Dyskalkulie * Dyslexie * Dysmorphophobie * Dysthymie
E
* Ekklesiogene Neurose * Elektiver Mutismus * Emotionale Störungen des Kindesalters * Endogene Psychose * Enuresis * Erotomanie
F
* Feeding * Folie à deux
G
* Ganser-Syndrom * Geisteskrankheit * Geistige Behinderung * Generalisierte Angststörung * Geschlechtsidentitätsstörung * Globussyndrom
H
* Hallucinogen persisting perception disorder* Helfersyndrom * Hellersche Demenz * Histrionische Persönlichkeitsstörung * Hospitalismus * Hypergraphie * Hypersexualität * Hypochondrie * Hysterie
I
* Ichdystone Sexualorientierung
L
M
* Manisches Syndrom * Messie-Syndrom * Minderwertigkeitskomplex * Misandrie * Misogynie * Münchhausen-Syndrom * Muskeldysmorphie * Mysophobie
N
* Narzismus * Nägelbeißen * Nervenzusammenbruch * Neurose *
O
P
Panikattacke * Panikstörung * Paranoide Persönlichkeitsstörung * Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung * Pavor * Persistent sexual arousal syndrome * Persönlichkeitsstörung * Persönlichkeitsentwicklungsstörung * Perversion * Poriomanie * Post-Abortion Syndrome * Postpartale Stimmungskrisen * Posttraumatische Belastungsstörung * Prüfungsangst * Psychose *
R
S
* Schattensyndrom * Scheinschwangerschaft * Schizoide Persönlichkeitsstörung * Schlafstörung * Skin Picking Disorder * Somatoforme Schmerzstörung * Somatoforme Störung * Stilldemenz * Störung der Impulskontrolle * Stottern
T
* Teilleistungsschwäche * Trauma * Trichotillomanie
V
W
Z
* Zwanghafte Persönlichkeitsstörung * Zwangsstörung * Zyklothymie
Liste Psyche / Seele
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